Ab auf´s Bike! Frühlingszeit ist Fahrradzeit.

Mit dem richtigen und richtig eingestellten Fahrrad schmerzfrei durch den Frühling.

Die Zeit, in der die heimische Sofalandschaft das einzig erstrebenswerte Gefilde für die freien Stunden war und man sich nur im äußersten Notfall davon entfernt und in die Kälte gequält hat, war lang genug. Nun lockt das sonnige Frühlingswetter nach draußen und kein Gedanke wird mehr daran verschwendet, in den eigenen vier Wänden zu verweilen.

Aber man will auch nicht einfach nur mit einer Decke auf dem Schoß im Straßencafé sitzen. Vielmehr drängt es einen nach Bewegung, woran die auf der Couch gemehrten Pfunde womöglich nicht ganz unschuldig sind. Aber was tun? Es allen anderen nachmachen, sich eine Route durch den örtlichen Stadtpark aussuchen und joggen?

Die Aktivität, die nicht nur einen größeren Bereich der wiedererblühenden Natur erkunden hilft, sondern auch die Gelenke schont, ist das Radfahren. Anders als beim Laufen werden die Körperscharniere hier gemeinhin keinen Druck- oder Stoßbelastungen ausgesetzt. Doch derjenige, der sich sein Rad nicht nach den richtigen Kriterien aussucht oder in der falschen Position auf dem Sportgerät sitzt, läuft ebenfalls Gefahr, sich Schmerzen zuzuziehen.

Wer sich in dieser Radsaison ein neues Bike gönnt, sollte zunächst feststellen, welchen Fahrstil beziehungsweise welche Sitzposition er bevorzugt. Auf einem Hollandrad, mit dem man eher im gemäßigten Tempo unterwegs ist, sitzt man beispielsweise fast senkrecht, während die Belastung der Arme und Hände, weil Lenker und Griffe nah am Oberkörper sind, sehr gering ist und das Gewicht ausschließlich auf dem Gesäß lastet. Für Mountainbikes oder Trekkingräder, die sich für längere und auch herausfordernde Touren eignen und mit denen man schneller vorankommt, ist eine geneigte Sitzposition charakteristisch, zumal der Abstand zwischen Sattel und Lenker größer ist. Rücken, Wirbelsäule und Gesäß werden, da Schultern, Nacken und Hände einen Teil der Stützarbeit übernehmen, entlastet.

Damit sich das Bike der Wahl wie ein Maßanzug anfühlt, muss die Rahmengröße auf die Größenverhältnisse des Körpers abgestimmt werden. Zur Ermittlung dieses individuellen Maßes, das Rahmenhöhe und Rahmenlänge beinhaltet, bieten viele Fahrradhersteller Tools an, die nach der Eingabe der Schritt-, Torso- und Armlänge sowie der Schulterbreite den Idealwert errechnen. Besonders ein zu geringer Abstand zwischen Lenker und Sattel bedingt eine falsche Sitzhaltung mit gerundetem Rücken, gestreckten Armen und überstrecktem Kopf.

Aber nicht nur brandneue, sondern auch altgediente Räder brauchen die richtige Einstellung. Vor allem der Sattel muss nicht nur die richtige Höhe, sondern auch die richtige Position haben. Er sollte in die Waagerechte gebracht und so geschoben werden, dass er mittig über der Sattelstütze und damit im optimalen Verhältnis zur Tretkurbel steht. Die Sattelhöhe ist richtig justiert, wenn das Knie eines Beins, das mit der Ferse auf einem Pedal im tiefsten Punkt der Kurbelumdrehung steht, durchgedrückt ist. Von dieser Einstellung aus sollte die Sattelhöhe allenfalls nach oben korrigiert werden, da eine zu niedrige Positionierung die Kniegelenke belastet und zu Knieproblemen führt.

Ist das Rad richtig gewählt beziehungsweise eingestellt, sollte man sich auch richtig auf das Rad setzen. Eine dynamische Stellung des Beckens, die zu einer Streckung des Rückens in einer S-Form führt und ein leichtes Hohlkreuz mit sich bringt, ist zu empfehlen. Sie sorgt anders als ein aufgerichtetes, nach hinten gekipptes Becken dafür, dass die Rückenmuskeln den Oberkörper halten und den Druck auf Arme und Hände minimieren. Auf diese Weise können Schmerzen in Schulter, Nacken und Rücken vermieden werden. Dann steht dem schmerzfreien Fahrrad- und Frühlingsgenuss nichts mehr im Weg.

Quellen und weiterführende Informationen: